Soziales Abfallzentrum Battambang (SAB)

Als Vertreter der TKG in Jahr 2007 auf der Mülldeponie der Stadt Battambang im Norden Kambodschas standen und die Lebensbedingungen der Müllsammler sahen war allen klar das sich für diese Menschen etwas ändern muss. Sechzehn Familien lebten zwischen den Müllbergen, zwischen Fliegen und Rauchschwaden die über das Gelände zogen. Existenzgrundlage war genau dieser lebensfeindliche Ort: Die Menschen sammelten wiederverwertbare Stoffe und verkauften sie dann an Zwischenhändler weiter. So verdienten sie annähernd genug Geld um Essen zu kaufen. Derartige Zustände sind unwürdig. Die Idee für das SAB war geboren, das Projekt ging bald in Planung, 2008 nahm es Gestalt an und 2009 konnte dann mit dem Arbeitsbeginn wieder ein kleines Stück Welt verändert werden. Gesamtziel des Sozialen Abfallzentrums Battambang, kurz SAB ist die Verbesserung des sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Umfelds, der Lebensbedingungen und der Bildungschancen der Kleinbauern in und um Battambang und der auf der Deponie leben und arbeitenden Müllsammlerfamilien.

Durch die Verbesserung der Arbeitsbedingungen der Müllsammler und den Einsatz von Kompost statt teuerem, ineffizientem, chemischem Dünger, soll das durchschnittliche Jahreseinkommen der Müllsammler und Bauern erhöht werden. Zudem soll den Kindern der Müllsammlerfamilien Zugang zu Bildung verschafft werden um es ihnen zu ermöglichen ihre Lebenssituation nachhaltig zu verbessern. Um diese Ziele zu erreichen und die Nachhaltigkeit zu gewährleisten wurde das Soziale Abfallzentrum Battambang, bestehend aus einem Gemeinschaftsgebäude mit Klassenzimmer/Seminarraum, einem Wertstoffsortierplatz und einem Kompostierungsplatz als Gemeinschaftsanlage erbaut.
Das ganze Zentrum soll zum Abschluss des Projektes durch einen Kooperative der Müllsammler geleitet und organisiert werden. Parallel werden Schulungsmaßnahmen in allen Projektkomponenten für alle Zielgruppen durchgeführt. Dazu gehören Trainings für die Müllsammler zum Thema Hygiene genauso wie Trainings für die Bauern zum Thema Kompost. Unterstützer für die Familien und Projektleiter vor Ort sind ein Sozialarbeiter und sein Assistent die beide bei COMPED angestellt sind.

Das Projekt ist auf einer breiten Basis aufgestellt. Zum eine soll eine systematischere Sortierung auf dem Sortierplatz die Erfassungsquote für recyclebare Rohstoffe steigern was zu höheren Einnahmen für die Kooperative und Müllsammler führt. Außerdem schafft die Kompostierung (der Müll von den städtischen Märkten enthält bis zu 75% Biomüll) eine zusätzliche Einnahmequelle für die Müllsammler, verbessert die qualität und den Marktwert der Produkte der Bauern und sorgt gleichzeitig dafür, dass diese auf den umweltschädlichen chemischen Dünger verzichten können. Die höheren Einnahmen schaffen für die Müllsammler genug finanziellen Spielraum um ihre Kinder, die vorher als Arbeiter tätig waren in die im Sozialzentrum eingerichtete Schule zu schicken. Die Geldmittel aus Kinderpatenschaften sorgen für einen beständigen Betrieb der Schule der auch die Schüler mit Materialien unterstützt.

Ende 2010 steht das Projekt vor dem Abschluss. Probleme gibt es momentan mit dem Verkauf der recyclebaren Rohstoffe deren Preis aufgrund der weltweiten Wirtschaftskrise stark gesunken ist. In allen anderen Projektbereichen sind Erfolge zu verzeichnen. Die Bauarbeiten wurden schon im Februar beendet, weite Teile der Trainings fanden bisher statt, auch sind die Bauern und Behörden sehr an dem Kompost interessiert was die Erfolgsaussichten noch steigert. Es ist besonders schön mit anzusehen wie gut die Schule angenommen wird. Auch Kinder aus umliegenden Dörfern nutzen das Angebot. So entsteht genau was wir mit diesem Projekt erreichen wollen: Aussichten auf eine bessere Zukunft.

SAB Gebäude in Januar, Im Vordergrund die Kompostierungsanlage

Die Schulkinder mit ihrem Lehrer Chin Viseth

Kompostmieten im Mai